Presse

Nächster Artikel Vorheriger Artikel
28.04.2010 Von:Erhard Goltze - Gießener Anzeiger

Circus Probst auf Messeplatz: Tiger-Dompteur Dittmann kehrt in Manege zurück

Vor ihm liegen vier mächtige bengalische Tiger. Mit ruhiger, aber von viel Autorität geprägter Stimme dirigiert er die Raubkatzen. Selbstverständlich ist das nicht, denn im Februar ist Dieter Dittmann von seinen Tigern bei einer Nachmittagsvorführung angegriffen und schwer verletzt worden. Bei einer Pressekonferenz bewies er nun, dass es für ihn kein Problem ist, weiter mit diesen Tieren zu arbeiten. Er und seine Raubkatzen aber sind nicht die einzige Attraktion, die der Circus Probst, der bis Sonntag auf dem Messeplatz gastiert, zu bieten hat. Ungewöhnlich in der heutigen Zeit ist, dass ein Großzirkus gleich an die 90 Tiere in die Manege bringt. Dass ein Artisten-Ensemble des kubanischen Staatszirkus mit von der Partie ist, kann auch nicht als normal bezeichnet werden.

Erster Auftritt nach schwerem Unfall

Zum ersten Mal seit seinem schweren Unfall wird Dittmann am Mittwochnachmittag wieder in der Manege zu bewundern sein. Mit dabei sind Ditta und Laxmi, die beiden Tiere, die ihn angegriffen haben. „Ich habe damals einen Fehler gemacht, denn die Tiere brauchen Distanz, auch wenn das von Charakter zu Charakter verschieden ist“, meint Dittmann heute. Natürlich hat es einen Auslöser gegeben für diesen Angriff von Ditta, die ihm die Schulter komplett durchbissen hat. Zwei weitere Tiger fügten ihm Wunden an Arm und Bein zu, bis Zirkusdirektor Reinhardt Probst unerschrocken in den Käfig sprang, die Tiger mit einem Feuerlöscher zurücktrieb.

„Ich bin später ohne jede Bedenken wieder zu den Tigern gegangen, sie sind doch meine Schützlinge“, meinte er glaubwürdig, um einen von eben jenen Schützlingen mit fester Stimme dazu zu bringen, sich auf den Hinterbeinen zu voller Größe aufzurichten. Da ist viel Gefühl mit im Spiel. Der gelernte Tierpfleger, der noch unter Professor Bernhard Grzimek im Frankfurter Zoo gelernt hat, arbeitete bereits mit vielen Tieren. Darunter waren auch Elefanten, bis ihn die Liebe zu den Raubtieren andere Wege gehen ließ. Dittmann hat sein Winterquartier in Stadtallendorf.

Eingesessene Zirkusfamilie

Dass Reinhardt Probst ohne zu zögern in die Manege gesprungen ist, kann nicht weiter verwundern, denn wenn sich einer mit Tieren auskennt, dann der Spross der eingesessenen Zirkusfamilie, für die Tiere aller Art einfach zwingend zum Zirkusleben dazugehören. Und was da alles herumläuft: Eine Dromedar-Herde, Trampeltiere und Lamas sind dabei, Watussi-Rinder und ein mächtiges ungarisches Steppenrind, aber auch Emus und Zebras. Imponierend wirken die rassigen Pferde, ob es Araber oder Friesen sind.