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Circus mit Tigern, aber ohne Dompteur
EUSKIRCHEN. Viele Euskirchener haben sich vielleicht auf ein Wiedersehen mit Raubtierdompteur Dieter Dittmann gefreut. Der hat im Mai 1999, damals beim Circus Busch-Cramer, mit seinen drei Tigern am Appelsgarten das Publikum erfreut. Dabei war auch ein Tiger, der eine künstliche Augenlinse hatte. Der 52-jährige Unterfranke und seine Raubtiere sollten eigentlich am kommenden Donnerstag ab 16 Uhr auftreten.
Doch während der Circus Probst ab Dienstag auf dem Charleviller Platz seine Zelte aufschlägt, und auch die fünf Bengal-Tiger von Dieter Dittmann mitbringt, liegt Dittmann nach einer plötzlichen Attacke eines seiner Raubtiere während der Galavorstellung in Solingen auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Er wird wohl einige Wochen brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen. Dittmann gilt als ganz erfahrener Tierlehrer, hat 2008 beim bekannten Zirkus Barum gearbeitet. Der 52-Jährige wurde, so der Pressesprecher von Circus Probst, Laurens Thoen, schwer an Händen, Armen und Beinen verletzt, außerdem biss ihm der Tiger, der ihn ansatzlos und ohne erkennbaren Anlass angriff, ins linke Schulterblatt. Circus-Mitarbeiter lenkten das Raubtier mit dem Strahl eines Feuerlöschers ab und brachten Dittmann in Sicherheit. „Unser Dompteur ist ansprechbar, aber er wird einige Zeit benötigen, um wieder auf die Beine zu kommen“, sagte Thoen. Dittmanns mächtige Königstiger werden derweil vom Circus mitgeführt und versorgt und auch in der Tierschau zu sehen sein.
Das Gastspiel des Circus Probst in Euskirchen wird aber fast unverändert stattfinden. „Allerdings ohne die Tiger“, berichtet Thoen.
Mit 40 Lastzügen für das aufwändige Material, luxuriöse Wohnwagen und Spezial-Tiertransportern reisen rund 200 Menschen und Tiere aus vielen Ländern der Erde zum Charleviller Platz, wo bereits am kommenden Dienstag, 16. Februar, der Aufbau der umfangreichen Zelt- und Wagenstadt beginnt. Mit seinem gut 1200 Besucher fassenden beheizten Kuppelzelt, zwei über 30 Meter langen Stallzelten sowie einem großen Raubtiergehege gehört der Circus zu den Branchenführern in Deutschland. Die ersten Transporte treffen bereits am Montag auf dem Charleviller Platz ein.
Zugleich setzt das Vorkommando bereits die Zeltanker für Spielzelt und Stallungen. Aus diesem Grund werden speziell die Anwohner gebeten, ab Sonntagabend keine Autos mehr auf dem Charleviller Platz abzustellen, um Verkehrsbehinderungen zu vermeiden.
